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08. September 2016

Medienmitteilung des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK zum Versorgungsbericht von GDK und OdaSanté vom 8.9.2016.

Die Lücke zwischen dem Bedarf an Pflege- und Betreuungsleistungen und dem Personal, das ausgebildet wird, klafft immer weiter auseinander. Trotz grosser Anstrengungen werden im ganzen Pflegebereich nur 56 Prozent des benötigten Personals ausgebildet. Besonders gravierend ist die Situation bei den diplomierten Pflegefachpersonen: Anstatt der benötigten 6075 Abschlüsse erhielten 2014 lediglich 2620 Personen ihr Diplom, was einem Erfüllungsgrad von mageren 43.1 Prozent entspricht. „Wenn jetzt nicht intensiv in die Diplompflege investiert wird, gefährden wir ernsthaft die pflegerische Versorgung“, erklärt SBK-Präsidentin Helena Zaugg.

Der heute präsentierte Versorgungsbericht von GDK und OdaSanté zeichnet ein düsteres Bild für die zukünftigen Patienten in Schweizer Spitälern, Bewohnerinnen in Pflegeheimen und Klientinnen und Klienten der ambulanten Pflege und Betreuung. Lediglich 56 Prozent des benötigten Personals – über alle Stufen gesehen – wird ausgebildet. Besonders gravierend ist die Lücke zwischen Bedarf und Ausbildungszahlen bei den diplomierten Pflegefachpersonen (den früheren Krankenschwestern): Hier beträgt der Erfüllungsgrad nur gerade 43.1 Prozent. In Zahlen: Um den Bedarf zu decken, müssten jährlich 6075 Personen die Ausbildung zur diplomierten Pflegefachperson HF oder FH abschliessen, lediglich 2620 taten dies 2014 auch tatsächlich.

„Wir sind froh um jede einzelne Person, die im Bereich Pflege und Betreuung eine Ausbildung absolviert. Und wir wissen, dass Ausbildungsstätten und Arbeitgeber viel dafür tun, genügend Interessierte für diese Berufe zu finden“, erklärt Helena Zaugg, die Präsidentin des SBK. „Aber die Resultate des  Versorgungsberichts machen uns grosse Sorgen. Die gute pflegerische Versorgung ist ernsthaft in Gefahr, wenn es nicht gelingt, die Ausbildungszahlen bei den Pflegefachpersonen massiv zu erhöhen und an den Bedarf anzugleichen. Denn um die immer zahlreicheren Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen zu pflegen, braucht es genügend Pflegefachpersonal. Sonst drohen Komplikationen, menschliches Leid und letztlich eine unkontrollierbare Kostensteigerung.“

Aus Sicht des SBK braucht es koordinierte, intensive  und ernsthafte Anstrengungen von Bund, Kantonen, Arbeitgebern und Ausbildnern, um die Ausbildungszahlen zu erhöhen und die pflegerische Versorgung sicher zu stellen. Der Berufsverband fordert insbesondere Massnahmen in den folgenden Bereichen:

Attraktivität der Ausbildung, namentlich ein höherer Ausbildungslohn für die angehenden diplomierten Pflegefachpersonen HF und FH, damit insbesondere FaGes die Diplomausbildung in Angriff nehmen.
Attraktivität der Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals, namentlich eine ihren Kompetenzen und Verantwortung entsprechende Entlöhnung
Investitionen in die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
gesetzliche Anerkennung des eigenverantwortlichen Bereich der diplomierten Pflegefachpersonen

 Der SBK startet demnächst die Unterschriftensammlung für die eidgenössische Volksinitiative „für eine starke Pflege“. Die Zahlen des Versorgungsberichts zeigen die Notwendigkeit dieser Initiative in aller Deutlichkeit auf. Die Initiative fordert die Anerkennung und Förderung der Pflegefachpersonen als zentralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung und verpflichtet Bund und Kantone dazu, für genügend ausgebildete Pflegefachpersonen zu sorgen.

 

Für Fragen steht zur Verfügung:

Helena Zaugg, Präsidentin, Tel. 079 880 92 27

Veröffentlicht am 08.09.2016

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