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SBK: Austritt aus dem Massnahmenplan des EDI zur Volksinitiative für eine starke Pflege

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen SBK tritt unter Protest aus dem «Massnahmenplan zur Volksinitiative für eine starke Pflege» aus. «Da der Bundesrat keine Mittel für diesen Massnahmenplan zur Verfügung stellt, sehen wir keinen Sinn darin, bei diesem weiter mitzuarbeiten», erklärt Sophie Ley, Vizepräsidentin des SBK.

«Die Pflege steht anerkanntermassen vor grossen zukünftigen Herausforderungen aufgrund der Zunahme der älteren Bevölkerung und dem drohenden Fachkräftemangel», schreibt der Bundesrat in der Botschaft zur Pflegeinitiative vom 7. November 2018. Dennoch hat der Bundesrat entschieden, die eidgenössische Volksinitiative für eine starke Pflege ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Er will zwar einen Massnahmenplan zur «Verbesserung der angespannten Fachkräftesituation in der Pflege» erarbeiten. Finanzielle Mittel, um die Ziele zu erreichen, sind aber nicht vorgesehen. Der SBK hat deshalb beschlossen, nicht weiter an diesem Massnahmenplan mitzuarbeiten. 

«Wir haben den Glauben verloren, dass der Bundesrat den dringenden Handlungsbedarf erkannt hat. Anders ist nicht zu erklären, dass für diesen Massnahmenplan nicht einmal Gelder zur Verfügung gestellt werden. Es bringt nichts, über Massnahmen zu diskutieren, für deren Umsetzung keine Mittel vorhanden sind», kommentiert SBK-Vizepräsidentin Sophie Ley den Austritt aus dem Massnahmenplan. 

Beratung in der SGK-N am 24. Januar

Die Pflegeinitiative wird am 24. Januar in der Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats beraten. Die Initiative will die pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Bereits heute herrscht in der Pflege Personalnotstand, vor allem beim diplomierten Pflegefachpersonal, wo über 6000 Stellen offen sind[i]. Bis 2030 braucht es 65'000 zusätzliche Pflegepersonen[ii]. Die Pflegeinitiative verlangt Massnahmen zur Steigerung der Ausbildungszahlen, insbesondere bei den diplomierten Pflegefachpersonen, zum Personalerhalt und zur Förderung der Attraktivität des Berufs. Ohne solche Massnahmen drohen gravierende Probleme für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten, sprich der ganzen Schweizer Bevölkerung. Zahlreiche Studien zeigen ein erhöhtes Sterberisiko und steigende Komplikationsraten wie Wundliegen/Dekubitus, Stürze, Infektionen und Rehospitalisationen, wenn zu wenig qualifiziertes Pflegefachpersonal zur Verfügung steht. Diese verursachen nicht nur unnötiges Leid, sondern auch vermeidbare Kosten.

 

[i]https://www.jobagent.ch/jobradar

[ii]Obsan Bericht 71, Gesundheitspersonal in der Schweiz, Bestandesaufnahme und Prognosen bis 2030: https://www.obsan.admin.ch/de/publikationen/gesundheitspersonal-der-schweiz

Veröffentlicht am 22.01.2019

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